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In der Tat, je mehr ich über den Zweck und die Bedeutung der Arbeit nachdenke, desto mehr bin ich überzeugt, dass nichts unser Sinn für Zweck und Gesundheit mehr zerstört als die moderne Vorstellung von Ruhestand. Es schadet uns individuell und kollektiv.
Die Wahrheit ist, ich möchte jetzt kreativer und engagierter sein als ich je gewesen bin. Jetzt habe ich endlich die Zeit das zu tun was ich möchte. Ich kann mich entscheiden und muss mich nicht mehr nach anderen richten.
Ruhestand wurde immer als eine Möglichkeit für Menschen in der Autorität, Verhaltensweisen in anderen für ihre eigenen Zwecke zu induzieren verwendet. Augustus Caesar zum Beispiel gab seinen ehemaligen Soldaten große Renten, um zu verhindern, dass sie verärgert sind und die Regierung stürzen.
Und Bundeskanzler Otto von Bismark warf eine nasse Decke auf sozialistische Radikale in Deutschland, indem er Auszahlungen an ältere Menschen anbot.
Der gemeinsame Nenner in diesen und anderen Beispielen ist, dass Ruhestand war ein Weg, um Menschen auszukaufen und zu entfernen. Ich denke, die moderne Vorstellung von Ruhestand, die direkt vom industrialisierten Arbeitsplatz stammt, ist dasselbe.
Für Leute in der Generation meiner Eltern war es die einzige Möglichkeit, die Maschine am laufen zu halten und dabei starb das Herz mit der man bei der Arbeit sein sollte.
Das ist eine schreckliche und entmenschliche Art, an die Arbeit zu denken. Es geht davon aus, dass die Arbeiter keinen realen Wert über die Leistung hinaus haben. Sobald ihre produktiven Jahre vorbei sind – und das ist bestimmt – dann werden sie in den Ruhestand geschickt und viele fallen nach 40 plus Jahren in ein tiefes Loch. Jahrzehntelang versucht man sie zu überzeugen, dass der Ruhestand üppig und entspannend sein wird.
Der Effekt ist, dass ein paar Generationen nach Erfüllung im Ruhestand
suchen, aber nicht in der Arbeit. Zufriedenheit ist eine zukünftige Sache, keine Gegenwart. Freude ist für später. Wenn du nach einem Weg suchst, um dein Herz zu ermorden, dann herzlichen Glückwunsch. Das ist es.
Ich lehne das Ganze ab. Die Kosten sind einfach zu hoch:
• Es fördert die Entfremdung von unserer Arbeit.
• Es nimmt fälschlicherweise diejenigen an, die am längsten gelebt haben und die meisten am wenigsten zu bieten haben.
• Es kommt mit erheblichen gesundheitlichen Risiken, einschließlich reduzierte geistige Funktion, Herzinfarkt und Schlaganfall.
• Es kommt oft mit Gefühlen von Zwecklosigkeit und Einsamkeit.
• Es beraubt unsere Gemeinden von den Beiträgen, die wir noch leisten sollten.
Für diejenigen, die das Leben aus der christlichen Perspektive betrachten, denken Sie an Menschen wie Moses und Caleb. Sie waren bis zum Ende produktiv.
Ich bin seit Mitte 2015 im „Ruhestand“ an Krebs erkrankt, in Voll Remission und plane nun meinen „Ruhestand“ in einen Unruhestand zu ändern. Es wird Zeit, anders zu denken
Die beste Antwort auf die Kultur des Auschecken ist, anders zu denken über unsere Berufung in Midlife und darüber hinaus.
Hier sind drei Schritte das zu erreichen:
1. Eliminiere das Wort „Ruhestand“ aus deinem Vokabular. Es ist ein ungesundes Konzept. Wenn wir uns entschieden haben, das späte Leben als Gelegenheit zu nutzen, die Richtungen in unserer Arbeit zu ändern, großartig. Aber es ist kein Ruhestand. Der sinnvolle Einsatz in der Welt ist ein Leben mit Sinn für den Zweck unerlässlich.
2. Halten Sie die Tür zu unseren eigenen Beiträgen offen. Wenn der Ruhestand ein Weg war, um Menschen aufs Abstellgleis zu bekommen, warum tun Sie das für sich selbst? Je mehr Sie wissen und können, desto größer muss der potenziellen Beitrag sein den Sie leisten können. Bleiben Sie verpflichtet, spielen Sie mit bis zum Ende.
3. Wir freuen uns auf die Arbeit, die wir lieben. Als Duke Ellington gefragt wurde, warum er sich nicht zurückzog und von seinen Lizenzgebühren lebt, antwortete er: „Ruhest du auf was?“ Er hat seine Kunst gelebt. Der Ruhestand wäre so gewesen, als hätte er seine eigene Seele abgeschaltet.
Wenn du eine sinnvolle Arbeit machst, dann geniehst du, warum würdest du jemals aufhören wollen? Und wenn Sie keine sinnvolle Arbeit machen, die Sie genießen können, ist es wahrscheinlich Zeit zu überdenken, was Sie tun können, bevor  die einzige echte Option ihre Schatten wirft und es zu spät is.

5 Kommentare zu „Unruhestand vom Ruhestand

  1. Hallo Saskia,
    für den „Ruhestand“ habe ich keine Zeit.
    Die Pensionierung hatte und hat für mich eine sehr wichtige Zustandsänderung bedeutet: Ich kann zu allen Anmutungen Ja oder Nein sagen – was mir im Berufsleben nicht immer möglich war. – Und das ist keine Kleinigkeit.
    Hoch lebe die freie Entscheidung
    Theo

    Gefällt 2 Personen

  2. Wenn es bei mir mal soweit ist, und ich hoffe, dass dies bald sein wird (ok, der Staat sieht es ein wenig anders 😉 ), habe ich dann endlich die Zeit, mich meiner Kreativität zu widmen. Ausreichend zu widmen und nicht nur dann, wann es sich gerade ausgeht – doch um mich voll und ganz darauf zu konzentrieren, und meinem Vollzeitjob adieu zu sagen, dafür fehlt mir doch noch iwie der Mut..noch… (meine Krebserkrankung bekam ich, als ich Vollzeit arbeitete..) – Glg Herta

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Herta,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich habe bis zu meinem 66. Geburtstag gearbeitet und war immer in der Lage den Job zu bekommen, der mich auch glücklich machte. Du bist sehr kreative und ich könnte mir vorstellen, dass Du mit Deiner Kreativität auch einen Lebensunterhalt bestreiten könntest. Vielleicht braucht es ein Überdenken der Vermarktung. Vielleicht ein „How to“ Buch schreiben wie man Kreativität findet oder mit Femo arbeitet oder, oder…..Lass Dein Bauchgefühl sprechen. Was aber vorrangig sein sollte, ist Deine Gesundheit. Mit Krebs umzugehen verlangt von einem das Letzte, kann Dir aber auch sehr viel Kraft geben das Leben neu zu überdenken und endlich das zu tun was man möchte. Wir sollten uns immer über die Vergänglichkeit bewusst sein. Mit diesem Bewusstsein finden wir auch Wege um ein glückliches Leben zu leben.
      Alles Gute und sei
      herzlichst gegrüßt,
      Saskia

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      1. Danke für deine lieben Worte. Ja, überdenke, wieder und wieder…meinen Vollzeitjob mache ich auch gerne, jedoch, es fehlt etwas,..nebenbei arbeite ich noch mit Energien, aber das Ausfüllendste im Moment ist die Kreativität. Immer öfter denke ich mir, und weiter? Was jetzt? Wars das? Wenn heute alles vorbei ist, lebte ich mein Leben wirklich? Viele meinen, wenn man akut keinen Krebs mehr hat, ist alles wieder gut, und wie vorher. Nein! Ist es nicht. Und daran knabbere ich auch noch, was allerdings ein zusätzlicher Punkt wäre, alles zu überdenken.. Glg Herta

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  3. Mit Krebs umzugehen ist nicht einfach. Für mich war es eine Diagnose die ich akzeptieren musste…da gab es nicht was ich tun konnte, außer mit dieser Akzeptanz nach vorne zu schauen, mir bewußt zu sein, dass diese Krankheit auch immer wieder zurückkommen kann. Dieses Wissen kann aber auch helfen das Leben von einer neuen Seite anzupacken und einfach zu leben. Wenn Du mit Energien arbeitest, dann weißt Du wie wichtig es ist, Negativität aus Deinem Leben herauszuhalten. Du bist was Du denkst. Ich habe ein 17 Seiten Booklet geschrieben, über Amazon für die nächsten 5 Tage kostenlos erhältlich, „Einladung zu einem inspirierenden Leben“. Gerne schicke ich Dir das zu. Das Buch dazu ist in Bearbeitung und spricht ausführlicher über, Inspiration, was, wie und wo du sie findest, Intuition, Motivation – was, wie wo, warun ein Lebensplan wichtig ist und wird voraussichtlich Ende 2018 erscheinen.
    Die Frage „wars das? solltest Du Dir nicht stellen. Gott sei Dank können wir nicht in die Zukunft schauen. Unsere Verantwortung ist es jeden Moment der täglich zur Verfügung stehenden 86400 Momente bewusst zu leben und das Beste daraus zu machen. Diese Verantwortung haben wir nicht nur unserer Familie gegenüber, sondern auch uns selbst. Wenn es uns nicht gut geht, geht es Keinem gut. In diesem Sinne wünsche ich Dir alle Kraft nach vorne zu schauen und mögest Du jeden Moment voll genießen.
    Liebe Grüße,
    Saskia

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