Wie du deine Seele findest

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In diesen Tagen denke ich oft an die Seele…würde auch gerne darüber reden. Jedoch wenige hören zu. Wenn wir es wagen über die Seele zu reden, dann sind wir sofort verdächtigt als Sentimentalist, Fabulist, magische Denker oder sogar nicht in der realen Welt. Ernst genommen zu werden scheint etwas schwierig zu sein. Wie auch? Wir sollten doch die Existenz von etwas leugnen, das wir nicht berühren, mit oder für Geld kaufen oder verkaufen können? Aber so ist der Mensch. Trotzdem wissen wir dass es da noch etwas gibt. Siest du den Widerspruch?

Der größte Fehler des modernen Denken ist die Seele zu leugnen. Ja, rolle nur deine Augen – aber frage dich auch warum die Welt am Rande eines Abgrund steht?

Was wir nicht oft wissen ist, dass es völlig vernünftig ist, ein Atheist, Agnostiker, Materialist oder Rationalist zu sein und nicht die Seele zu verneinen. Es gibt keinen Widerspruch. „Ismen“ sind nur Glauben, aber eine Seele ist eine empirische Erfahrung, die überhaupt keinen Glauben erfordert.

Lass uns versuchen das zu verbinden.

Menschen die du wirklich liebst, liebst Du nicht weil sie perfekt sind, makellos, rein, sonder für ihre Mängel, Schwächen, Zerbrechlichkeit, ihre Schmerzen und ihre Wahrheit. Wenn du das nicht tust, dann liebst du nicht, du idealisierst und intellektualisierst. Eine solche Beziehung wird bei dem geringsten Druck brechen.

Also, was ist es in Dir, das liebt? Nichts anderes ist dazu fähig. Nicht dein Verstand, Vernunft, Wahrnehmungen, Sinne, Glaube, Gedanken, Verlangen, Instinkt. Einfach – Nichts.

Nur deine Seele. Ohne Seele – keine Liebe. Keine Liebe, keine Bedeutung, keinen Zweck und kein Glück.

Alle Dinge die dir wichtig sind kommen aus der Seele. Wenn du dagegen ankämpfst wird es dich nur unglücklich machen.

Gehen wir etwas tiefer. Was ist das eine Seele? Liebe ist einfach zu sehen. Du fühlst dich geliebt wenn du wirklich weisst wer du bist. Wenn die Person die sagt sie liebt dich, dich aber nicht sieht wer du wirklich bist, dann leidest du, fühlst dich abgelehnt, verletzt und klein.

Die Seele ist ein Teil von uns, der sieht, weil die Liebe gesehen wird.

Es gibt keine Komplikationen oder Geheimnisse über dieses Ding namens Seele. Es ist die natürlichste Sache von allen, die am einfachsten zu erklären ist, zu fühlen, zu halten, auszudrücken. Da gibt es keine Magie die wir leugnen müssen. Wenn wir einfach glauben, dass eine Seele existiert, dann sind wir unsere Probleme wirklich los – dann ist das Leben auch einfach zu erklären.

Wir müssen nur wir selbst sein…zu lieben und Liebe zu empfangen heißt wir müssen nackt sein. Ehrlich uns gegenüber stehen. Wirklich wissen wer wir sind. ohne wenn und aber.

Wir haben ein großes Seelenproblem heutzutage. Die Welt steht sich gegenüber ohne zu wissen wer die Anderen sind. Wir versuchen das mit Politik zu lösen. Wir wählen weil wir hoffen dass abgegebene Versprechungen gehalten werden oder eine Partei als Opposition die Änderung bringen wird. Unsere Probleme liegen aber viel tiefer. Bei all unseren Überlegungen verleugnen wir die Seele. Wir sehen die Wahrheit nicht…stehen den Tatsachen blind gegenüber. Was ist das Ergebnis? Natürlich ist ein Ergebnis der Konsum, der zu Ungleichheit und Stagnation führt. Ein anderer ist Bigotterie und Extremismus – denn wenn du keine Seele hast, dann geht es auch nicht. Aber für mich ist das schlimmste der Abstand…der Abstand zum Leben selbst. Und in dieser Distanz ist das Leiden geboren. Das Leiden ist wie eine Krankheit. Wir geben es weiter, weil wir es alleine nicht ertragen können.

Und doch ist das Leiden nicht wie eine Krankheit. Es braucht keine Heilung. Es muss nur gesehen werden, nackt, durch den Seher in dir, der alles sieht wie es ist. Das ist die Erfahrung der Liebe und du weißt, du hast eine Seele.

Siehst du mit deiner Seele?

One year after

Mit Lumia Selfie aufgenommen

Genau ein Jahr nach meiner Krebs Diagnose besuchte ich gestern das erstemal einen Friseur. Meine Haare wuchsen bis dato wild. Mir wurde gesagt nach einer Chemo kommen sie wieder wie man sie als Baby hatte. Damals war ich ein Rauschgoldengel…..umso mehr war ich überrascht über meine spärlich sprießenden Häärchen mit kleinen Anzeichen einer Locke oder Welle. Das mag sich jetzt wohl nicht sehr positive anhören, aber um ganz ehrlich zu sein war ich froh als sie überhaupt wiederkamen. Ich konnte mir nie vorstellen meine Mähne zu verlieren und für eine lange Zeit ohne Haare zu sein. Aber Mensch gewöhnt sich an alles und vor allem man aktzeptiert was nicht zu ändern ist. Eine Perücke die ich mir vorsichtshalber kaufte fühle sich an wie eine Mütze, war unbequehm, rutschte und passte eigentlich gar nicht zu mir. Als meine Haare dann in einem schönen weiss zum Vorschein kamen fing ich an mein Spiegelbild das mir entgegen schaute, zu mögen. Als Freunde mich dann noch komplimentierten zu meinem neuen Look und ich sollte sie auf gar keinen Fall wieder wachsen lassen, fühlte ich mich sogar wohl. Mit etwas Gel half ich nach aus meiner Frisur wenigsten einen modischen Look zu kreiieren …..mit weniger oder mehr Erfolg ….was zur Folge hatte, dass ich wie viele Frauen reagierte, total frustriert zu sein weil ich einfach nichts mit meinen Haaren anfangen konnte. Wie auch….da war ja noch nicht viel und Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke. Meine Friseuse half dann mit der Schere einen etwas mehr professionellen Stil hineinzuschneiden…..wobei ich überrascht war wieviel Haar doch auf dem Boden landete. Das Resultat seht ihr hier im Bild….sieht doch schon wie eine Frisur aus…oder?. Wir Frauen sind halt eitel. Und wenn ich zurück blicke habe ich auch alles Recht in der Welt das sein zu dürfen. Ein Jahr danach und gesund. Was will ich mehr. Das gibt mir genug Grund täglich dankbar zu sein.

Ich hoffe ihr habe auch viele Gründe dankbar zu sein. Vielleicht wollt ihr die auch teilen. Würde mich freuen.

Love and Light,

Saskia