Der Auftstieg

geschichte aufstieg kl 564

Diese Geschichte fand ich heute in der „Guten Morgen Gazette“ ein wöchentliches Online Magazine mit vielen inspirierenden Artikeln. Diese war es wert zu teilen. Untenstehend ist der link zu Gazette.

Vor langer Zeit plagte Häuptling Norbu vom Amdo-Stamm in der tibetanischen Hochebene ein schwieriges Problem. Er spürte das Ende seiner Zeit, die er unter den schneebedeckten Gipfeln des Himalayas verbringen durfte, gekommen und somit wurde es höchste Zeit, einen Nachfolger zu finden. Laut den Gesetzen des Stammes musste das jemand sein, der von der Gargya-Blutsverwandtschaft abstammt. Somit kamen nur seine drei Söhne in Frage. Doch welchen sollte er als künftiges Oberhaupt des Stammes einsetzen? Er stellte ihnen eine unmögliche Aufgabe …

Zunächst wendete er sich an Dorje Phagmo vom nahegelegenen Dirapuk-Kloster. Dieser gab ihm den Rat, bei einer Wanderung um den Manasarovar-See um eine Eingebung zu bitten. Er soll nach einem toten, getrockneten Fisch Ausschau halten. So er hierbei solch ein Exemplar fände, möge er dieses in der Nacht unter seine Schlafstatt legen.

Schon nach wenigen Stunden Wanderung fand Norbu ein entsprechendes Exemplar. In der darauffolgenden Nacht träumte er davon, den Berg Kailash zu besteigen, was noch niemanden zuvor gelungen war.

Norbu deutete diesen Traum so, dass der Berg seine drei Söhne prüfen soll. Er rief diese zu sich und sagte: „Niemand hat bisher den Berg Kailash bezwungen. Gehet hin und versucht euch daran. Wem es gelingt, der möge der künftige Häuptling sein.“

Tibetanische Hochebene

Den Söhnen war die Unmöglichkeit der Aufgabe bewusst. Dennoch äußerten sie keinen Zweifel, sondern verbeugten sich und bereiteten sich jeder auf seine Art für den kommenden Tag vor.

Am nächsten Morgen verabschiedeten Norbu und der ganze Stamm die drei Häuptlingskinder. Manche der Frauen trugen Tränen in den Augen, da sie ein Unglück beim Aufstieg befürchteten.

Schon bald trennten sich die Wege der drei Söhne, ein jeder versuchte auf seine Art, den Berg zu bezwingen. Häuptling Norbu harrte in seinem Zelt und betete für eine gesunde Rückkehr der Kinder.

Kurz nach Mittag kam der älteste seiner Söhne zu ihm. Er gestand, dass sein gewählter Weg schon früh nicht mehr zu begehen war. Nachdem er dreimal fast in eine Spalte gerutscht war, hatte er die Unmöglichkeit eingesehen und war zurückgekehrt. Sein Vater nahm ihn in den Arm und bat, gemeinsam für die sichere Rückkehr der übrigen Söhne zu beten.

Am späten Nachmittag kehrte der mittlere Sohn zurück. Auch ihm war der Aufstieg nicht vergönnt gewesen. Seine Bemühung erkannte man an den Wunden und Schrammen auf seinen Händen und im Gesicht. „Es ist unmöglich, Vater, den Berg zu bezwingen. Niemand hat es je geschafft und wird es auch niemals schaffen.“ Norbu drückte auch ihn und ließ sich wieder auf das Fell nieder, nun nur noch für einen Sohn betend.

Es war schon dunkel als Intor, der jüngste der Söhne, zum Zelt seines Vaters hereinkam. Zutiefst erleichtert ob der gesunden Rückkehr aller Söhne schaute der Häuptling in Intors Gesicht. Doch dieser schüttelte ebenfalls nur den Kopf.

Norbu konnte die Enttäuschung in seiner Stimme nicht unterdrücken. Mit gesengtem Kopf beklagte er: „Wie ich sehe, ist es auch dir nicht gelungen, der Aufgabe meines Traumes gerecht zu werden.“

„Für den Moment, nein“, entgegnete Intor.

Hoffnungsvoll schaute Norbu auf: „Für den Moment? Hast du eine Möglichkeit gefunden, wie es vielleicht morgen klappen könnte?“

„Nein, ich konnte noch nicht einmal den Gipfel sehen“, sagte Intor. „Doch hat der Berg seine volle Höhe bereits erreicht. Ich aber wachse noch.“

Nacherzählt nach einer alten Indianer-Geschichte von Peter Bödeker

Der Kailash

Der Kailash ist der heiligste Berg im Buddhismus. Viele halten ihn für den sagenumwobenen Berg Meru. Der Berg ist aus Rücksicht auf seine religiöse Bedeutung bisher unbestiegen. „Kein Ort ist wundervoller als dieser“, hat der Yogi Milarepa (1052 – 1135) gesagt, der der Überlieferung nach als der einzige bisherige Besteiger des Berges gilt, an dessen Fuß er lange Zeit in völliger Abgeschiedenheit lebte. Weitere Informationen auf Wikipedia.

Hast du auch noch Ziele die du erreichen möchtest aber noch an der Aufgabe wachsen musst? Erähle mir von Deinen Plänen und wie du sie erreichen willst.

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Tibetanische Hochebene

Unruhestand vom Ruhestand

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In der Tat, je mehr ich über den Zweck und die Bedeutung der Arbeit nachdenke, desto mehr bin ich überzeugt, dass nichts unser Sinn für Zweck und Gesundheit mehr zerstört als die moderne Vorstellung von Ruhestand. Es schadet uns individuell und kollektiv.
Die Wahrheit ist, ich möchte jetzt kreativer und engagierter sein als ich je gewesen bin. Jetzt habe ich endlich die Zeit das zu tun was ich möchte. Ich kann mich entscheiden und muss mich nicht mehr nach anderen richten.
Ruhestand wurde immer als eine Möglichkeit für Menschen in der Autorität, Verhaltensweisen in anderen für ihre eigenen Zwecke zu induzieren verwendet. Augustus Caesar zum Beispiel gab seinen ehemaligen Soldaten große Renten, um zu verhindern, dass sie verärgert sind und die Regierung stürzen.
Und Bundeskanzler Otto von Bismark warf eine nasse Decke auf sozialistische Radikale in Deutschland, indem er Auszahlungen an ältere Menschen anbot.
Der gemeinsame Nenner in diesen und anderen Beispielen ist, dass Ruhestand war ein Weg, um Menschen auszukaufen und zu entfernen. Ich denke, die moderne Vorstellung von Ruhestand, die direkt vom industrialisierten Arbeitsplatz stammt, ist dasselbe.
Für Leute in der Generation meiner Eltern war es die einzige Möglichkeit, die Maschine am laufen zu halten und dabei starb das Herz mit der man bei der Arbeit sein sollte.
Das ist eine schreckliche und entmenschliche Art, an die Arbeit zu denken. Es geht davon aus, dass die Arbeiter keinen realen Wert über die Leistung hinaus haben. Sobald ihre produktiven Jahre vorbei sind – und das ist bestimmt – dann werden sie in den Ruhestand geschickt und viele fallen nach 40 plus Jahren in ein tiefes Loch. Jahrzehntelang versucht man sie zu überzeugen, dass der Ruhestand üppig und entspannend sein wird.
Der Effekt ist, dass ein paar Generationen nach Erfüllung im Ruhestand
suchen, aber nicht in der Arbeit. Zufriedenheit ist eine zukünftige Sache, keine Gegenwart. Freude ist für später. Wenn du nach einem Weg suchst, um dein Herz zu ermorden, dann herzlichen Glückwunsch. Das ist es.
Ich lehne das Ganze ab. Die Kosten sind einfach zu hoch:
• Es fördert die Entfremdung von unserer Arbeit.
• Es nimmt fälschlicherweise diejenigen an, die am längsten gelebt haben und die meisten am wenigsten zu bieten haben.
• Es kommt mit erheblichen gesundheitlichen Risiken, einschließlich reduzierte geistige Funktion, Herzinfarkt und Schlaganfall.
• Es kommt oft mit Gefühlen von Zwecklosigkeit und Einsamkeit.
• Es beraubt unsere Gemeinden von den Beiträgen, die wir noch leisten sollten.
Für diejenigen, die das Leben aus der christlichen Perspektive betrachten, denken Sie an Menschen wie Moses und Caleb. Sie waren bis zum Ende produktiv.
Ich bin seit Mitte 2015 im „Ruhestand“ an Krebs erkrankt, in Voll Remission und plane nun meinen „Ruhestand“ in einen Unruhestand zu ändern. Es wird Zeit, anders zu denken
Die beste Antwort auf die Kultur des Auschecken ist, anders zu denken über unsere Berufung in Midlife und darüber hinaus.
Hier sind drei Schritte das zu erreichen:
1. Eliminiere das Wort „Ruhestand“ aus deinem Vokabular. Es ist ein ungesundes Konzept. Wenn wir uns entschieden haben, das späte Leben als Gelegenheit zu nutzen, die Richtungen in unserer Arbeit zu ändern, großartig. Aber es ist kein Ruhestand. Der sinnvolle Einsatz in der Welt ist ein Leben mit Sinn für den Zweck unerlässlich.
2. Halten Sie die Tür zu unseren eigenen Beiträgen offen. Wenn der Ruhestand ein Weg war, um Menschen aufs Abstellgleis zu bekommen, warum tun Sie das für sich selbst? Je mehr Sie wissen und können, desto größer muss der potenziellen Beitrag sein den Sie leisten können. Bleiben Sie verpflichtet, spielen Sie mit bis zum Ende.
3. Wir freuen uns auf die Arbeit, die wir lieben. Als Duke Ellington gefragt wurde, warum er sich nicht zurückzog und von seinen Lizenzgebühren lebt, antwortete er: „Ruhest du auf was?“ Er hat seine Kunst gelebt. Der Ruhestand wäre so gewesen, als hätte er seine eigene Seele abgeschaltet.
Wenn du eine sinnvolle Arbeit machst, dann geniehst du, warum würdest du jemals aufhören wollen? Und wenn Sie keine sinnvolle Arbeit machen, die Sie genießen können, ist es wahrscheinlich Zeit zu überdenken, was Sie tun können, bevor  die einzige echte Option ihre Schatten wirft und es zu spät is.